Eigentumswohnung versichern: Was Sie beachten müssen

Mai 22, 2018 / Redaktion

Welche Versicherungen Sie für Ihre Eigentumswohnung wirklich brauchen

Rund um Ihr Haus oder Ihre Eigentumswohnung ergeben sich einige Aufgaben und Haftungsfragen, die Sie mit Hilfe von Versicherungen lösen können. Ob Wohnung oder Haus – das liegt in Ihrem eigenen Interesse, aber auch im Interesse des Kreditgebers, der den Wert der Kreditsicherheit (neben dem Grund und Boden also das Gebäude) natürlich abgesichert sehen will. Es gilt also: Ohne Gebäudeversicherung kein Kredit, ohne Kredit kein Eigentumserwerb. Daneben muss sich der Hauseigentümer mit der Gebäudehaftpflichtversicherung, der Haftpflichtversicherung und der Elementarschadenversicherung befassen. In unserem Ratgeber-Artikel erfahren Sie, welche Arten der Versicherungen es gibt und wovor sie schützen.

Gebäudeversicherung: Obligatorische Absicherung des Hauses

Genau wie die jedem geläufige Hausratversicherung ist die Gebäudeversicherung eine Sachversicherung. Doch während die (freiwillige) Hausratversicherung die variablen Inhalte des Gebäudes, von der Küche bis zur Couch, versichert, haftet die (obligatorische) Gebäudeversicherung für Schäden am Haus selbst.

Die Gebäudeversicherung regelt unter anderem Wasserschäden durch gebrochene Wasser- und Abwasserleitungen, durch Feuer und Sturm. Der Gegenstand der Versicherung ist Ihre Immobilie.

Handelt es sich um eine Eigentumswohnung, regelt die Hausverwaltung bzw. die Eigentümerversammlung die Fragen der Versicherung. Das liegt schon im Interesse der Kreditgeber, denn das Haus dient als Sicherheit. Ein Eigentümerwechsel beendet nicht den laufenden Versicherungsvertrag. Ab dem Zeitpunkt der Umschreibung im Grundbuch besitzt der neue Eigentümer jedoch einen Monat lang ein Sonderkündigungsrecht.

Tipp: bei Gemeinschaftseigentum ist immer eine Abstimmung mit der Hausverwaltung erforderlich.

Gerade eine Wohnung wird durch eine preiswerte Gebäudeversicherung und den Einkauf günstiger Energie (Gemeinschaftsstrom, Gas oder Öl) attraktiver gemacht.  Bei den anderen Gemeinkosten (Grundsteuer, Straßenreinigung, Wasserversorgung) lässt sich nicht sparen, diese Abgaben sind an die Lage der Immobilie gebunden.

Gebäudehaftpflichtversicherung: Schutz vor Betriebsgefahren

Die Gebäudehaftpflichtversicherung ist keine Sachversicherung, sondern eine Form der privaten Haftpflichtversicherung. Sie soll den Eigentümer vor der Betriebsgefahr schützen, die von seiner Eigentumswohnung bzw. seinem Haus ausgeht.

Anders als die Gebäudeversicherung ist sie nicht immer obligatorisch, nur als Vermieter sind Sie zum Abschluss einer Gebäudehaftpflichtversicherung verpflichtet.

Sie deckt Schäden ab, welche Dritten durch Mängel am Gebäude entstehen. Das Musterbeispiel für die Gebäudehaftpflichtversicherung bleibt der herabstürzende Dachziegel: Unabhängig davon, was er an Schaden anrichtet, ist dieser Schaden durch die Gebäudehaftpflichtversicherung abgedeckt.

Auch wenn etwa externe Hausmeisterdienste oder Mieter (nach entsprechendem Plan für die Kehrwoche, der Bestandteil der Hausordnung sein sollte) ihre Pflichten bei der Schneeräumung vernachlässigt haben und ein Besucher stürzt auf dem Weg zwischen Zauntor und Haustür, dann ist der Schaden über die Gebäudehaftpflichtversicherung versichert.

Elementarschadenversicherung: Für widrige Witterungen

Wer in Gegenden wohnt, die sich entweder durch besondere Wetterverhältnisse oder durch eine exponierte geografische Lage auszeichnen, dessen Grundeigentum ist womöglich überdurchschnittlich stark gefährdet. Unter Umständen benötigen Sie dann neben allen anderen Versicherungen eine Versicherung gegen Elementarschäden.

Besonders exponiert liegt steht Ihr Haus etwa in einer Flussaue, in der Nähe von Seeufern oder Steilküsten, in Hanglagen und Bergregionen. Erdrutsche, Erdbeben, Lawinen oder Bodenabsenkungen sind sehr selten, aber versichert.

Besondere Wetterverhältnisse können die Ursache für Überschwemmungen, extreme Hitze, Schneelasten, Starkregen oder Hagel sein. Auch solche Risiken deckt die Elementarschadenversicherung ab. Inwiefern auch andere Schäden, z.B. durch Sturmflut oder Grundwasserveränderungen, abgedeckt sind, muss individuell mit der Versicherung geklärt werden. Die Verträge und Leistungsverzeichnisse können hier stark variieren – sie sind abhängig von der Lage, der Art der Immobilie (Eigentumswohnungen, Häuser etc.) und dem eigentlichen Schaden, den die entsprechende Versicherung decken soll.

Schäden durch Vandalismus sind nicht versichert. Auch die Frage, wer für eventuell notwendige Abbruch- oder Aufräumarbeiten einsteht, wird ganz unterschiedlich von den Anbietern beantwortet. Wenn der Tarif zu teuer scheint, kann eine vielleicht vereinbarte Selbstbeteiligung von € 500 oder € 1.000 je Schadensfall die Police erschwinglicher machen.

Titelbild: Will Dunkley/Unsplash.com

TOP PROJECT


1413cd2b-6db1-4ef1-9512-b1259885abed.jpg



Kontakt